Gehaltsextras für Mitarbeiter

Was versteht man unter einem PKW-Sachbezug?

1. August 2012

Was versteht man unter einem PKW-Sachbezug?Der Sachbezug ist eine besondere Form des Arbeitsentgeltes. Während die erbrachte Arbeit in Geld bezahlt wird, also einen geldlichen Vorteil mit sich bringt, ist der Sachbezug eine Naturalleistung. Er stellt für den Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil dar, der zusammen mit dem geldlichen Arbeitsentgelt versteuert wird. Das Einkommensteuergesetz, kurz EStG, formuliert, dass Einnahmen Güter sind, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichtigen zufließen.

Ein derartiger Sachbezug ist die Überlassung eines Firmenfahrzeuges zu privaten Zwecken.

In vielen Branchen und Berufssparten ist es normal und auch gängige Praxis, dass der angestellte Mitarbeiter das Firmenfahrzeug nicht nur ausschließlich für dienstliche Zwecke nutzt. Alle nicht beruflichen Fahrten sind keine Dienstfahrten und somit automatisch privater Natur. Der Mitarbeiter hat durch diese Nutzung einen geldwerten Vorteil, weil er das Auto auf Kosten des Arbeitgebers für sich nutzt. Sei es für die Hin- und Rückfahrt zur Arbeitsstätte, sei es in der Freizeit abends, am Wochenende oder im Urlaub. Der Arbeitnehmer spart dadurch private Ausgaben für ein eigenes Auto. Entweder hat er keins, oder es bleibt ungenutzt. Dieser rechnerisch geldwerte Vorteil wirkt sich für ihn wie eine zusätzliche Einnahme aus, die dem steuerpflichtigen Einkommen hinzugerechnet wird. Dadurch erhöht sich das Bruttoeinkommen vor Steuern. Und in jedem Einzelfall stellt sich dazu die Frage, um welchen Betrag und nach welcher Berechnungsmethode.

Das Einkommensteuergesetz bietet zwei Möglichkeiten für die umgangssprachliche Dienstwagen-Nutzung. Entweder wird ein Fahrtenbuch geführt, oder es wird die so genannte Ein-Prozent-Regelung angewendet. Der eine Weg ist deutlich aufwändiger, wobei sich meistens erst bei einer nachträglichen Vergleichsrechnung herausstellt, welche der beiden Möglichkeiten für den Steuerpflichtigen günstiger ist. Das Fahrtenbuch ist eine exakte Dokumentation über die privat vorgenommenen Fahrten mit dem Dienstfahrzeug. Es gibt bindende Vorschriften darüber, wie das Fahrtenbuch gestaltet und geführt werden muss, damit die Angaben und Eintragungen bei der letztendlichen Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens berücksichtigt werden können. Das ist eine Form des PKW-Sachbezuges.

Wenn kein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch vorgelegt werden kann, wird automatisch nach der Ein-Prozent-Regelung gerechnet. Hier wird der PKW-Sachbezug einmalig ermittelt und anschließend laufend berücksichtigt. Monatlich wird ein Prozent des Brutto-Inlandslistenpreises als rechnerische Einnahme dem Bruttolohn hinzugerechnet. Angesetzt wird der Kaufpreis, der zum Zeitpunkt der Erstzulassung gegolten hat, inklusive aller Sonderausstattungen und zuzüglich der jeweils gültigen, gesetzlichen Mehrwertsteuer. Wenn dieser Preis zum Beispiel vierzigtausend Euro betragen hat, wird ein monatlicher Sachwertbezug von vierhundert Euro angesetzt. Das zu versteuernde Monatseinkommen erhöht sich um diesen Betrag.

Da im Vorhinein nicht feststeht, welche Privatfahrten im Laufe der kommenden Wochen und Monate anfallen werden, kann auch noch nicht verglichen werden, welche Variante des PKW-Sachbezuges für den Steuerpflichtigen günstiger ist. Dem Arbeitnehmer muss bewusst sein, dass ihm kein unversteuerter finanzieller Vorteil daraus entstehen darf, dass er das Firmenfahrzeug für außerberufliche Zwecke nutzen kann.

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